Rennbericht Insula
Rennbericht Insula
Also fanden wir uns 12 Mann hoch im schönen Inselreich von Martin & Co ein, um den 4. Lauf der Grenzlandsaison 2009/2010, den ersten im neuen Jahr und auch den ersten mit neuer Bereifung, ritterlich auszufechten. Um die spürbar steigende Nervosität etwas zu kaschieren, gab es im Vorfeld die notwendigen taktischen und strategischen Geplänkel – Senna, Prost und Co. waren ja auch nicht besser – einiges war wohl auch von der Presse werbewirksam, wie eben bei internationalen Großbewerben üblich, künstlich aufgebauscht worden.

Gestartet wurde wie bisher mit den gestellten Klassen, den neuen Gegebenheiten Rechnung tragend allerdings im Modus „Gruppenwechsel“. Das stellte sich als spannende und taktische Möglichkeiten öffnende Variante dar.

Der erste Heat war mit BRM-Schöler-Fox-Odes – Kombination zu bewältigen, was einige in Anlehnung an gewisse sexistische Scherze (Stichwort: „Auto ohne Fahrer“) sofort zur Aussage „Auto ohne Bremse“ bewog. Die ersten drei ( i – Hans – Martin ) lagen nach den 4 Turns innerhalb von eineinhalb Sekunden, auf Schlagdistanz dahinter der alte (´tschuldigung!) Fuchs Tommy H. Fünfter doch ein bisschen überraschend Stefan P., der seine Insula-Kenntnisse mit einer perfekten Fahrt zu kombinieren wusste. Mit ausreichend Rennpech bei den BRMern versorgt schaffte die Chef-Partie die Plätze 6, 7 und 8, nämlich Grassau-Chef Michi H. vor Ka-Ring-Chef Vinzenz F. und Nockring-Chef Richard D. Eindeutig mit einer Gleichmäßigkeitsfahrt verwechselt hat Franz-jetzt-nicht-mehr-Eisenfinger-H. den Auftakt der gestellten Klasse: auf allen 4 Spuren 2:13 bedeuten in der Zwischenwertung Platz 9 vor Blumenkind Paul M., der ebenso wie unser Reifen-Flo (11.) und der erstmals in der laufenden Saison startende Alex J. (12.) einige unfreiwillige Ausflüge tätigte.

Die Karten waren gemischt für unsere Mini-Z. Slot-Devil-befahrwerkt und bemotort mit einem 4020er mit Übersetzungsbeschränkung standen sie Moosgummi-gerüstet an der Startlinie, bereit zu zeigen, wer hier das Sagen hat. Flo (12. Gesamt) musste mit zwei Läufen über 2:30 Alex (11.) den Vortritt lassen. Paul konnte sich mit viel Mühe von 10 auf 8 verbessern, Franz blieb auf 9 kleben, nicht ganz so konstant wie mit den BRM, aber jedenfalls langsamer (erstaunlicherweise ist´s dem halben Feld ähnlich ergangen, der Rest war nur unwesentlich schneller). In der zweiten Gruppe behielt Michi H. Nerven, Platz 4 in Summe und 175 Puls. Steff konnte seine gute 5. Position aus dem ersten Lauf verteidigen, Zenz und Richard verbesserten sich jeweils um einen Platz, von 7 auf 6 und von 8 auf 7. Alles wartete gespannt auf das Rennen der ersten Gruppe, bei der die Abstände eigentlich alles möglich erscheinen ließen. Die Dramatik war wohl ähnlich der dritten Gruppe: als ersten und am gründlichsten erwischte es Tommy H., die Kugel rollte von 4 auf 10. Auch den i erwischte es ganz ordentlich, ein Rennen auf bekannter Bahn mit 6 Abflügen, da ist der 3. Platz im Gesamtklassement zwar Balsam, aber auch kein Trost nach jeweils der schnellsten Runde in acht Turns der Gestellten. In Summe also fast so etwas wie ein Lehrbeispiel für „angepasste Fahrweise“. Verbessert um ein Plätzchen von 3 auf 2: Hausherr Martin H., dem war wohl auch zum Weinen und Lachen zugleich zu Mute. Mit Slotter-dickem Minimalaufwand – nämlich NUR SCHNELL UND FEHLERFREI – unser Hans S. Jetzt hat er wohl eingesehen, dass es auch noch ein Plätzchen vor dem zweiten gibt, nämlich den ERSTEN PLATZ, und das ist gar nicht schlecht: Sieg und 15 Punkte nach insgesamt 120 Runden, die kann ihm auch keiner mehr streichen, GRATULATION, Slotterdirk! (jetzt könntest du beruhigt in Rente gehen...)

Jeder weiß: im Grenzland kommt es nach den Fahrer-Wertungen zum Rennen der Selbstbauklasse. Würde das Feld durch den Umstieg auf Moosgummi durchgemischt werden oder alles beim Alten bleiben? Vieles schien denkbar, sicher war nur: die Abstände würden schrumpfen, Abflüge bitter bestraft. Der Modus war von Gruppenwechsel wieder zurückgestellt, die dritte Gruppe mit Paul, Stefan P., Flo und Alex am Start. Durch die Moosgummis sind die Kurvengeschwindigkeiten gestiegen, der Grenzbereich ist wesentlich enger geworden. Nicht nur die Fahrer, auch die Einsetzer müssen schneller reagieren. Pechvogel der Selbstbauklasse war Alex, der bei seinem Einstiegsrennen nach „Wagen über die Bande“ entnervt aufgeben musste. Platz 11 für Florian, der wohl ein bisschen über zu wenig Gripp haderte, vor Paul, der sich mit Stefan ein sehenswertes Rennen und einen engen Fight um Platz 9 lieferte, jedoch um eine Sekunde das Nachsehen vor dem – zumindest bisher - „Rookie of the Year“ hatte. In der zweiten Gruppe standen mit Hans, Franz, Zenz und Richard die Haudegen an der Startlinie und beeindruckten mit fast unfallfreiem Renngetümmel. Richard mit dem einzigen geschlossenen Wagen im Feld (!) - mal abgesehen von den 917K - belegte Rang 8 mit Respektabstand auf Zenz, der diesmal als 7. zwar phasenweise vom Speed aber nicht von der Gesamtperformance mit dem fast fehlerfreien 6. Franz H. mithalten konnte. Schnellster dieser Gruppe und eigentlich fast (aber eben nur fast) Podium-verdächtig war Hans S. Letztendlich wurde er – ebenfalls mit Respektabstand – 5. Die erste Gruppe war sich vor dem Rennen über die mögliche Reihenfolge zwar nicht ganz einig (Martin hoffte kurz auf einen Durchbruch, der i wiederum sah sich klar hinter Tommy H.), aber jedenfalls war klar: Selbstvernichtung war ausdrücklich nicht gewünscht. Der Start war einwandfrei, Michi vor Tom, i und Martin, eine klare Ansage. Beim Versuch, an Tom vorbeizukommen, rutscht der i von der Strecke, das war´s dann wohl. Kurz darauf jedoch eine kleine „Indisponiertheit“ von Tom und Martin, der i wieder vorbei. In der Zwischenzeit war Michi schon eine halbe Runde voraus, jede Runde "nur" gnädige 3 Zehntel schneller als „everybody else“. Martin konnte das Tempo von Tommy und i genauso wenig halten wie wir das Tempo von Michi. Tommy wusste, er muss an mir vorbei, der i wusste, ich brauch´ ihn bloß hinter mir zu halten. In dieser Reihenfolge kamen wir dann 120 Runden später auch ins Ziel, Martin zwanzig Sekunden hinter Tommy und i, wir wiederum fast eine halbe Minute (eine elend lange!) hinter Michi, der sich nicht den kleinsten Fehler erlaubte und dadurch seinen Puls noch von 175 auf 186 hochschrauben konnte. Also, wenn ich richtig gerechnet habe: 16. Sieg im 16. Rennen, so etwas nennt man ÜBERLEGENHEIT! Wir neigen unsere Häupter, ein bisschen vor Neid, aber hauptsächlich vor Anerkennung. Nicht nur vor der fahrerischen, auch vor der technischen Leistung: immerhin wurde der Sieg mit den nagelneuen MH-MkII – Fahrwerk errungen. GRATULATION an den SIEGER MICHAEL H.! Als kleiner Nachsatz und um die Innovationskraft der Grenzlandtruppe zu unterstreichen darf erwähnt werden, dass mit dem „Slotpokal-Fahrwerk“ auch ein zweites Eigenbaufahrwerk seine Premiere gefeiert hat sowie einige weitere technische Gustostückerl zu sehen waren.

Damit einen herzlichen Gruß aus dem Presseturm in Köstendorf,

Erik

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